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  • Städtefreundschaft Frankfurt – Kobanê e.V. c/o Club Voltaire Kleine Hochstraße 5 60313 Frankfurt am Main
  • Spendenkonto: Frankfurter Volksbank IBAN DE66 5019 0000 6200 9082 42
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Unsere Rede am Antikriegstag: Schluss mit den Invasionsdrohungen! Schluss mit Waffenexporten in die Türkei!

Am heutigen Antikriegstag fand in Frankfurt eine bunte Demonstration statt, an der etwa 1000 Menschen teilnahmen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom DGB Frankfurt am Main und der Friedens- und Zukunftswerkstatt. Aufgerufen hatte aber auch ein breites Bündnis bestehend aus: AWO Frankfurt am Main, B‘90/Die Grünen Frankfurt am Main, Club Voltaire, Deutsche Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Frankfurt am Main, DGB Jugend, Frankfurt am Main, DGB Ortsverband MörfeldenWalldorf, DIDF und DIDF,Jugend Frankfurt am Main, Die Linke Frankfurt, am Main, DKP Frankfurt am Main, Evangelische Kirche Frankfurt am Main und Offenbach, Förderverein zur Errichtung einer Gedenk-und Bildungsstätte KZ Katzbach in den Adlerwerken, Frankfurter Jugendring, Gesprächskreis Frieden und Demokratie Neu-Isenburg, Greenpeace Frankfurt am Main, Hessischer Flüchtlingsrat, IPPNW, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Rhein-Main, Katholische Kirche Frankfurt am Main, LAGG, Naturfreunde Frankfurt am Main, pax christi Rhein-Main Regionalverband Limburg-Mainz, Piratenpartei Hessen und Frankfurt am Main, SPD Frankfurt am Main, StadtschülerInnenrat Frankfurt am Main, Städtefreundschaft Frankfurt-Kobane e.V., Transition Town Frankfurt am Main, Vereinigung der Verfolgten des Naziregmies-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Women’s March Frankfurt am Main.

Die Eröffnungsrede hielt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), anschließend folgte ein Redebeitrag des Vereins Städtefreundschaft Frankfurt-Kobanê. Der Verein thematisierte die Invasionsdrohungen der Türkei und ihrer dschihadistischen Verbündeten gegenüber Nordostsyrien, die verheerenden Zustände in Efrîn, das Schweigen der Weltöffentlichkeit, insbesondere der NATO-Partner, und die Verantwortung der großen Koalition für die ungebremsten Rüstungslieferungen an das islamistisch-nationalistische Regime in Ankara.. Unsere Rede im Wortlaut:

Unser Verein Städtefreundschaft Frankfurt-Kobane beteiligt sich heute mit einem Redebeitrag, weil sich die Frage von Krieg und Frieden in der Region Nordostsyrien/Rojava in diesen Tagen sehr konkret stellt:

Während wir uns hier versammeln, erleben die Menschen in Nordsyrien, z.B. in Kobane, den Truppenaufmarsch der türkischen Armee und ihrer dschihadistischen Helfershelfer jenseits der Grenze. Auch Leopard-Panzer aus deutscher Produktion werden dort in Stellung gebracht. Und sie kamen auch bei der völkerrechtswidrigen Besetzung von Afrin Anfang 2018 durch das islamistisch-nationalistische Regime in Ankara zum Einsatz. Das selbstverwaltete Afrin war inmitten des Krieges in Syrien eine Region relativen Friedens und gewährte vielen Binnnenflüchtlingen Schutz.

Heute herrschen in Afrin wieder Zustände wie zu Zeiten des sogenannten Islamischen Staates: Vertreibungen, Enteignungen, ethnische Säuberungen, Folterungen, Entführungen und die Versklavung von Frauen sind an der Tagesordnung und die NATO-Partner wissen das genau. Jeder andere Staat wäre mit Sanktionen belegt worden, nicht so die Türkei. Im Gegenteil wird sie sogar belohnt. Die Türkei ist Abnehmer Nr. 1 für deutsche Rüstungsgüter! Und die Große Koalition hatte nichts dagegen, dass bereits in der ersten Jahreshälfte Kriegswaffen im Wert von 180 Millionen Euro an die Türkei geliefert wurden.


Seit langem droht Präsident Erdogan der Demokratischen Föderation Nordostsyrien mit der Invasion von Bodentruppen. Dabei geht von den selbstverwalteten Gebieten keinerlei Bedrohung aus, während die türkische Armee allein 2019 über 30 Angriffe gegen Nordsyrien durchgeführt hat. Dutzende Zivilisten wurden dabei getötet.

Warum ist die demokratische Selbstverwaltung in Rojava dem AKP-Regime und Dschihadisten jeglicher Couleur ein solcher Dorn im Auge? Aus dem gleichen Grund, aus dem wir uns mit ihr verbunden fühlen:

Dort wird inmitten des Krieges ein fortschrittliches Gesellschaftsmodell umgesetzt, das geprägt ist durch Basisdemokratie, Ökologie, Geschlechterbefreiung und der Gleichberechtigung für alle Ethnien und Konfessionen. Dieses Friedensprojekt wird bedroht und die Welt schweigt weitgehend dazu.

Was aber können wir hier gemeinsam tun, um das Friedensprojekt und die Frauenrevolution in Rojava, in der Demokratischen Föderation Nordostsyrien, zu unterstützen?Wir müssen uns stark machen für folgende Forderungen:

Keine Waffe, keinen Euro für die Aggressoren!

Schluss mit den Rüstungsexporten an die Türkei!

Rheinmetall entwaffnen! Denn Rheinmetall ist Deutschlands größter Rüstungskonzern, der mit Genehmigung der Großen Koalition den Kriegstreiber und Nato-Partner Türkei beliefert. Und so verabschieden wir uns mit Grüßen an diejenigen, die heute in Unterlüss, wo Rheinmetall produziert, ein Protestcamp veranstalten!

Hoch die internationale Solidarität! Biji berxwedana Rojava!

Tag X Aktion von #Riseup4Rojava Rhein Main

Anschließend fand eine Aktion zum Tag X statt: Am Römerberg, wo der Demonstrationszug endete, wurde im Rahmen der Kampagne #RiseUp4Rojava Rhein-Main eine Aktion im öffentlichen Raum vor dem Rathaus durchgeführt. Die Aktivist_innen haben mit ihren Körpern ein X um auf einen möglichen Einmarsch der türkischen Armee in das kurdisch geprägte, freie Rojava hinzuweisen. Dabei wurden Audioaufnahmen abgespielt, welche die verschiedenen Aspekte der Revolution in Rojava erklärt. Die Aktivist*innen verliehen ihrer Aktion Nachdruck durch das Rufen von Slogans wie “Bijî Berxwedana Rojava” und “Alle Besatzer Raus aus Kurdistan”. Zudem wurden Flyer, die über die aktuelle Situation aufklären, verteilt und Gespräche mit Passant*innen geführt. Die Aktion Weckte bei vielen Menschen Interesse, es wurden Fotos geschossen und
Videos gedreht. Als die Aktion beendet wurde gab es Beifall von einigen Passant*innen.