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  • Städtefreundschaft Frankfurt – Kobanê e.V. c/o Club Voltaire Kleine Hochstraße 5 60313 Frankfurt am Main
  • Spendenkonto: Frankfurter Volksbank IBAN DE66 5019 0000 6200 9082 42
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Spenden für den Wiederaufbau – Junge Welt

https://www.jungewelt.de/2016/09-29/016.php

Junge Welt, 29.09.2016

Spenden für den Wiederaufbau

Initiative für Städtepartnerschaft zwischen Kobani und Frankfurt am Main übertrifft Erwartungen

Von Gitta Düperthal

Die Stimmung im legendären Club Voltaire in Frankfurt am Main, wo sich die Städtepartnerschaftsinitiative Kobani-Frankfurt seit Monaten regelmäßig trifft, war am Montag abend ausgelassen. Seit Juli hat die Initiative, die sich aus Mitgliedern kurdischer und deutscher Vereine zusammensetzt, ihre eigenen Erwartungen übertroffen und 21.042 Euro gesammelt. Der Verein LAGG »Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim e. V.« hatte angekündigt, die ersten 10.000 Euro, die bis Dezember eingehen, zu verdoppeln. Damit sind es jetzt 31.042 Euro. Die Frankfurter Aktivisten wollen den Wiederaufbau der nordsyrischen Stadt an der türkischen Grenze mitfinanzieren. Im Februar 2015 hatten die kurdischen Frauen- und Volksverteidigungseinheiten YPJ und YPG Kobani von der Terrormiliz »Islamischer Staat« befreit. Die Öffentlichkeit hatte den Kampf um die Stadt fast täglich im Fernsehen mitverfolgen können. Viele erinnern sich an die Stadt, die nach der Befreiung in Schutt und Asche lag; vor allem an das Modell der regionalen Selbstverwaltung, nach dem alle Positionen in der Verwaltungs- und politischen Entscheidungsstruktur paritätisch mit einer Frau und einem Mann besetzt sind. So erklärte Lothar Reininger, Vorsitzender des LAGG und stellvertretender Leiter des Club Voltaire, die Spendenbereitschaft aus der ganzen Republik – »insbesondere offenbar auch von jW-Lesern«.

Ein Waisenhaus für Kinder, die in der Stadt im kurdischen Selbstverwaltungsgebiet Rojava ihre Eltern im Kampf gegen den IS verloren haben, sei als erstes Projekt im Bau. An der Finanzierung wirken derzeit verschiedene Initiativen in Deutschland, den Niederlanden und Österreich mit. Die Frankfurter Initiative unterstützt das Projekt auch praktisch: Unter ihren Mitgliedern sind Pädagogen des freien Jugendhilfeprojektes »Welle« aus Hanau. Sobald die Grenzblockaden der Türkei aufgehoben sind, wollen sie in Kobani Weiterbildungen anbieten, damit kriegstraumatisierte Kinder therapiert werden können. Beteiligt sind zudem das Dritte-Welt-Haus, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), der Städtefreundschaftsverein Frankfurt-Granada (Nicaragua), die Kampagne »Tatort Kurdistan« und kurdische Organisationen wie Nav-Dem, der Amara-Frauenrat und der Studierendenverband YXK.

Die Lage in der Stadt selbst sei weiterhin prekär, betonte Mako Qocgiri vom Kurdischen Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit Civaka Azad. Die Türkei habe kürzlich versucht, eine Mauer auf dem Stadtgebiet zu errichten. Nach Protesten der Bevölkerung wurde der Bau auf türkischem Territorium fortgesetzt – und somit das Embargo, unter dem die Stadt leidet.

Das Ziel einer offiziellen Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt am Main und Kobani liegt noch in weiter Ferne. Die Frankfurter Initiative will einen Verein gründen, um mindestens 6.000 Mitglieder und Fördermitglieder zu gewinnen, erklärte eine Aktivistin. Für den 3. November plant die Initiative eine Veranstaltung im Frankfurter Saalbau Bockenheim: »Wir wollen verdeutlichen, dass wir dieses Gesellschaftsmodell mit seiner emanzipativen, demokratischen Idee toll finden und mit den Leuten in Kobani in Austausch kommen wollen«, sagt Thomas Lutz von der »Welle«. Schüler und Lehrer könnten E-Mail-Kontakt mit Schulen dort aufnehmen; Studierende, Hochschuldozenten und Professoren mit den Universitäten in Afrin oder Kamischli; gewerkschaftliche Betriebsgruppen mit Kooperativen.

Unterstützung gibt es für das Projekt in vielerlei Hinsicht: Eine kurdische Werbeagentur im Rhein-Main-Gebiet versprach, kostenlos eine Website zu erstellen. Aktivisten planen eine Demo am 1. November: Dabei, so heißt es, würden freilich die bislang von der Frankfurter Polizei verbotenen Embleme und Fahnen der kurdischen Frauen- und Volksverteidigungseinheiten der YPG und YPJ und der in den Selbstverwaltungsgebieten regierenden »Partei der Demokratischen Union« (PYD) mitgeführt.

 

Bankverbindung: Stiftung LAGG, ein anderes Frankfurt, Volksbank Griesheim e. G., IBAN: DE17 5019 0400 0012 2256 01, BIC: GENODE51FGH, Stichwort/Verwendungszweck: Spende Kobane