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  • Städtefreundschaft Frankfurt – Kobanê e.V. c/o Club Voltaire Kleine Hochstraße 5 60313 Frankfurt am Main
  • Spendenkonto: Frankfurter Volksbank IBAN DE66 5019 0000 6200 9082 42
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ROJAVA – Frühling der Frauen

Eine Fotoausstellung über den Aufbau der demokratischen Autonomie und Frauenstrukturen in Westkurdistan/Nordsyrien
Die Ausstellung »ROJAVA – Frühling der Frauen« ist aus einer Reise nach Rojava (Westkurdistan/Nordsyrien) mit der Stiftung der Freien Frauen in Rojava (WJAR) im Dezember 2015 entstanden.
Ziel war es, von Rojava nicht nur den Kampf gegen den IS, sondern auch den Aufbau der demokratischen Autonomie und vor allem den Aufbau und die Arbeit der Frauenstrukturen sichtbar zu machen. Die Fotoausstellung gibt einen Über- oder Einblick über/in die Grundsätze des demokratischen Konföderalismus in Rojava, die Strukturen der Frauenbewegung Kongreya Star darin sowie ihre Rolle beim Aufbau der Kommunen, der Ökonomie, der Bildung und der Selbstverteidigung.
Ein Fokus liegt auf der Stadt Kobanê (Ain Al-Arab, kurdische Stadt in Nordsyrien), in der es den YPG gelang, den IS zu brechen und in die Flucht zu schlagen, und auf Şengal (Sindschar), der kurdischen Stadt der ÊzîdInnen im Nordirak, in der der IS versucht, die Menschen einer uralten Glaubenszugehörigkeit auf brutalste Weise auszulöschen. Die Kraft der Frauen in Rojava, die sich tagtäglich unter schwierigsten Bedingungen für eine umfassende Verbesserung der Situation ihrer Gesellschaft einsetzen, beeindruckt auch in den Bildern.
Ein weiterer Teil der Ausstellung stellt die Arbeiten der Frauenstiftung WJAR vor.
WJAR, die Stiftung der Freien Frauen in Rojava, schafft mit ihren Projekten Räume für ein neues, freies Leben von Frauen. Mit deren Vorstellung laden die Ausstellungsmacherinnen ihre BesucherInnen dazu ein, sich für Rojava und damit für eine Hoffnung auf einen Frieden und eine neue Gesellschaft in der Region mit zu engagieren.
Die Ausstellung umfasst zehn DIN-A1-Tafeln und zahlreiche Bilder in DIN-A4 oder -A3, variierbar je nach Platz.
Wenn Ihr/Sie die Ausstellung gerne in eurer Stadt zeigen möchtet, kann angefragt werden unter: wjar2014int@gmail.com

Ansehen könnt ihr euch die Ausstellung unter:
http://rojavafruehlingderfrauen.blogsport.eu/

Gesellschaftsvertrag der Demokratischen Föderation Nordsyrien

Die Revolution von Rojava steht im krassen Kontrast zu den monistischen Staaten des Mittleren Ostens, die auf eine Identität, eine Nation und eine Sprache und eine Religion setzen und jede Abweichung diskriminieren oder gar zu vernichten versuchen. Rojava umfasst viele Ethnien, viele Identitäten, viele Religionen und Weltanschauungen und zielte von Beginn der Revolution darauf ab, durch direkte Repräsentation aller gesellschaftlichen Gruppen ein Modell von pluralistischer, radikaler Demokratie zu schaffen. Dieses Denken schlägt sich auch im Namen wieder – Rojava ist ein kurdischer Name, doch die Demokratische Föderation Nordsyrien repräsentiert nicht nur Kurdinnen und Kurden, daher reichte die ursprüngliche Bezeichnung der Region nicht aus. Die Demokratische Föderation Nordsyrien grenzt sich von Staatlichkeit und Nation scharf ab, was sich auch in der Präambel des Gesellschaftsvertrags niederschlägt.

Frauenbefreiung, Ökologie und Demokratie stehen als Grundprinzipien gleich am Anfang des Gesetzeswerkes. Insbesondere die Hervorhebung der lokalen Selbstverwaltung der Menschen in Räten und zivilgesellschaftlichen Organisationen hebt dieses Werk von anderen Verfassungen deutlich ab. Im Rahmen des Gesellschaftsvertrages haben alle Menschen in den Kantonen das Recht, über ihre eigenen Anliegen zu entscheiden: Die Macht liegt in der Region und nicht im Zentrum. Das gibt der Bevölkerung die Möglichkeit, sich selbst zu repräsentieren und über ihr Leben zu entscheiden.

Auch menschenrechtlich ist dieser Vertrag beispielhaft. So dürfen Asylsuchende nicht gegen ihren Willen abgeschoben werden und jeder Bürger und jede Bürgerin haben das Recht auf medizinische Versorgung, Arbeit und Wohnraum. Sicher ist es ein langer Weg, bis eine Realität geschaffen ist, in der die Menschen ihre im Gesellschaftsvertrag verankerten Rechte vollkommen in Anspruch nehmen können. Dass die Menschen in Nordsyrien in dieser Situation ein solche Verabredung treffen und sich auf ein solches Dokument einigen, untermauert die immense Bedeutung ihres Projekts – Friede bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern gesellschaftliche Versöhnung, Demokratie, Ökologie, Frauenbefreiung und soziale Gerechtigkeit.

Die Demokratische Föderation Nordsyrien sieht sich ganz klar im Kontext einer zukünftigen Demokratischen Föderation Syrien – jenseits des Baath-Regimes und imperialistischer Einflussnahme der Großmächte. So sollen die Bodenschätze gerecht geteilt und eine gemeinsame Verfassung ausgearbeitet werden. Dieser Gesellschaftsvertrag stellt ein Beispiel für eine mögliches friedliches Syrien der Zukunft dar und gibt Hoffnung, dass eine demokratischen Alternative zur kapitalistischen Moderne und nationalstaatlicher Barbarei in die Welt ausstrahlen kann:

Gesellschaftsvertrag der Demokratischen Föderation Nordsyrien, Dezember 2016:
PDF Download

Social Contract of the Democratic Federation of Northern Syria, December 2016:
PDF Download


zum bestellen

  • Fotobroschüre ‚Rojava – Frühling der Frauen‘
  • Spendenflyer Waisenhaus

zum ausleihen

  • Fotoausstellung ‚Rojava – Frühling der Frauen‘ über den Aufbau der demokratischen Autonomie und Frauenstrukturen in Westkurdistan/Nordsyrien.