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  • Städtefreundschaft Frankfurt – Kobanê e.V. c/o Club Voltaire Kleine Hochstraße 5 60313 Frankfurt am Main
  • Spendenkonto: Frankfurter Volksbank IBAN DE66 5019 0000 6200 9082 42
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Kobanis Partner in Frankfurt – Junge Welt

https://www.jungewelt.de/2016/09-01/024.php

Junge Welt 01.09.2016

Kobanis Partner in Frankfurt

In der Mainmetropole hat sich eine Initiative zur Unterstützung der Stadt in Rojava gegründet

Gitta Düperthal

Beim Treffen der Initiative »Städtepartnerschaft Kobane-Frankfurt« am Montag rollten die Mitglieder im linken »Club Voltaire« in der Mainmetropole ein knallrotes Banner mit dem Schriftzug »Solidarität mit Rojava« aus. Vorwiegend deutsche Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für die Partnerschaft mit der Stadt im kurdischen Autonomiegebiet Nordsyriens einsetzen, sollen es bei Demos tragen. Kurdische Aktivisten kritisierten, dass zuwenig deutsche Unterstützer bei ihren Demonstrationen mitliefen. »Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der türkischen Armee im kurdischen Autonomiegebiet Rojava in Nordsyrien und der Ankündigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, die Kurden ausrotten zu wollen, muss sich das ändern«, sagte ein Aktivist des Demokratischen Gesellschaftszentrums der KurdInnen in Deutschland e. V. (Nav-Dem).

Zwar sei es wichtig, Geld für ein Waisenhaus dort zu sammeln, aber auch Proteste gegen das Schweigen der deutschen Bundesregierung, Russlands und der USA dazu, müssten nun laut werden. Nicht hinzunehmen sei, dass die »internationale Gemeinschaft« ihre Augen davor verschließe, wenn die Türkei mit ihren Panzern Dörfer überfalle, welche die kurdischen Frauen- und Volksverteidigungseinheiten YPJ und YPG gerade erst von der Terrormiliz »Islamischer Staat« befreit hätten, dort Menschen tötete, verletzte und eine Fluchtwelle auslöste.

Selbst hierzulande nähmen Repressionen gegen Kurden zu, so der Nav-Dem-Aktivist. Anhänger der türkischen Regierungspartei AKP arbeiteten dem türkischen Geheimdienst MIT zu, bespitzelten kurdische Vereine, publizierten Adressen von Mitgliedern. So sei auch in Frankfurt am Main die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt, so Mehmet Atac, Anmelder einer Demonstration am Sonntag. In den vergangenen Wochen habe die Polizei bereits Fahnen von YPJ und YPG und der syrischen »Partei der Demokratischen Union« beschlagnahmt; neuerlich gar Bilder von Abdullah Öcalan, dem inhaftierten Gründer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), der den Friedensprozess zwischen dieser und der Türkei einleitete. Anwälte prüften derzeit, gegen die unzulässige Einschränkung der Versammlungsfreiheit vorzugehen.

Lothar Reininger, erster Vorsitzender des Vereins »Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim e. V.« (LAGG) und zugleich stellvertretender Leiter des Club Voltaire befand für wichtig, die Initiative zu verbreitern. Bislang gehören ihr unter anderem Aktivisten des Dritte-Welt-Hauses, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), des Städtefreundschaftsvereins Frankfurt-Granada (Nicaragua), der Initiative »Tatort Kurdistan« und kurdischer Organisationen wie Nav-Dem, Amara-Frauenrat und des Studierendenverbands YXK an. Es gelte, christliche Organisationen und Gewerkschaften als Unterstützer der Selbstverwaltung in Rojava zu gewinnen: »Sie alle vertreten die Ansicht, Fluchtursachen müssen bekämpft werden«. Mit Blick auf die Spendensammlung für das Waisenhaus sagte Reininger, es dürfe nicht vergessen werden, weshalb die Kinder in Kobani ihre Eltern verloren haben. »Sie haben ihr Leben zur Verteidigung eines demokratischen und emanzipierten Staatsmodells eingesetzt, im Kampf gegen die Terrormiliz«, so Reininger. Davon handelt auch die neu aufgelegte Fotobroschüre mit dem Titel »Rojava – Frühling der Frauen«, die die Initiative gegen Spende verteilt. Bislang hat sie fast 10.000 Euro eingenommen, 25.000 hat sie sich zum Ziel gesetzt.

 

Infostand heute, 1. September, 19 Uhr, DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69
Spenden: Stiftung LAGG, ein anderes Frankfurt, Volksbank Griesheim e. G., IBAN: DE17 5019 0400 0012 2256 01, BIC: GENODE51FGH