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  • Städtefreundschaft Frankfurt – Kobanê e.V. c/o Club Voltaire Kleine Hochstraße 5 60313 Frankfurt am Main
  • Spendenkonto: Frankfurter Volksbank IBAN DE66 5019 0000 6200 9082 42
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Kobanis Freunde am Main in Aktion – Junge Welt

https://www.jungewelt.de/2016/10-31/018.php

Junge Welt, 31.10.2016

Kobanis Freunde am Main in Aktion

Frankfurter Aktivisten wollen Kommunalpolitiker zu offizieller Städtepartnerschaft ermutigen

Von Gitta Düperthal

Unter dem Motto »Fluchtursachen bekämpfen, demokratische Strukturen stärken – dafür steht Kobani!« wird am Donnerstag im Saalbau Frankfurt-Bockenheim eine Veranstaltung der Initiative für eine offizielle Städtepartnerschaft der Mainmetropole und der kurdischen Stadt in Nordsyrien stattfinden. Nach einigen Treffen im »Club Voltaire« hat sich die Gruppe unlängst zum Verein »Städtefreundschaft Frankfurt – Kobanê e. V. in Gründung« erklärt. Kobani oder Kobanê, Hauptstadt des gleichnamigen Kantons in der heutigen »Autonomen Föderation Rojava« in Nordsyrien, ist durch die brutalen Angriffe der Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) und den erfolgreichen Widerstand der Bevölkerung bekannt geworden. Zugleich steht sie für ein Gesellschaftsmodell, das sich für die Emanzipation der Frau und die Gleichstellung von Ethnien und Religionen einsetzt. Viele Einwohner sind nach der Befreiung im Februar 2015 durch die Frauen- und Volksverteidigungseinheiten YPJ und YPG dorthin zurückgekehrt, Flüchtlinge aus anderen Teilen Syriens suchen in der Stadt Schutz. In den vergangenen Monaten hatte die Frankfurter Initiative 34.200 Euro an Spenden für den Bau eines Waisenhauses gesammelt: Es soll Kindern, deren Eltern vom IS getötet wurden, ein neues Zuhause bieten. Ein großer Teil des Geldes sei bereits in Kobani eingegangen, berichtete Meike Nack von der »Stiftung der freien Frauen in Rojava« bei einem Treffen am vergangenen Donnerstag im Club Voltaire. Bislang hätten Delegationen die Region besucht, internationale Brigaden den Wiederaufbau von Projekten unterstützt, etwa den Bau einer Geburtsklinik. Wenn nun erstmals nennenswerte Geldsummen zur Unterstützung ankommen, werde dies dort als »Zeichen der Hoffnung« gewertet. Die Frankfurter Initiative ziehe andere nach sich. Eine mit dem Namen »Kölner helfen« sammelt Mittel für zerstörte Schulen in Kobani.

Geld hilft, kann aber nicht alles sein. Da die fehlende internationale Anerkennung den Wiederaufbau behindert, will der Frankfurter Zusammenschluss kurdischer und deutscher Organisationen bei der Veranstaltung am 3. November für eine offizielle Städtepartnerschaft der Mainmetropole mit Kobani werben. Eine Delegation aus Rojava wird dort über die basisdemokratischen Selbstverwaltungsstrukturen berichten. »Wir wollen die Städtefreundschaft von unten mit Leben füllen, damit die Kommunalpolitiker den Mut finden, sie offiziell zu machen«, so der Vorsitzende des »Leben und Arbeiten im Gallus und in Griesheim e. V.« (LAGG) und Vizechef des Club Voltaire, Lothar Reininger.

Als Redner sind der Frankfurter Stadtrat Mike Josef (SPD), der in der Stadt Qamischli im heutigen Rojava geboren wurde, sowie Ulrich Wilken (Die Linke), Vizepräsident des Hessischen Landtags, angekündigt. Mitwirken sollen auch Mitglieder des Jugend- und Familienhilfeträgers »Welle« aus Hanau, die kriegsgeschädigte Kinder an Ort und Stelle therapeutisch unterstützen wollen, sowie Vertreter der Bildungsgewerkschaft GEW, des Dritte-Welt-Hauses, des Städtepartnerschaftsvereins Frankfurt-Granada, Studierende und Hochschulprofessoren.

Die aktuelle Situation im unmittelbar an der türkischen Grenze gelegenen Rojava sei weiterhin problematisch, sagt Mehmet Atac, Aktivist der Frankfurter Initiative. Die Türkei bombardiere Dörfer in Kobanis Nachbarkanton Afrin unter Missachtung der Staatsgrenzen und des Völkerrechts. Das türkische Militär greife Dörfer an, die gerade erst durch die »Demokratischen Kräfte Syriens« (SDF), bei denen die YPJ/YPG mitwirken, vom IS befreit wurden. Europäische Regierungen versuchten, jegliche Unterstützung der Bevölkerung – selbst die mit Spenden – für die Befreier in Rojava möglichst zu unterbinden, so Atac. Kürzlich habe etwa der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, Verständnis für das türkische Bombardement und die Tötung von YPG-Kämpfern bekundet: Die Türkei müsse sicher gute Gründe haben, den »von Kurden mitgetragenen« Terrorismus »im Nordirak äh … Nordsyrien« zu bekämpfen, erklärte er laut Internetmagazin Telepolis am 21. Oktober.

Veranstaltung: Donnerstag, 3. November, im Frankfurter Saalbau Bockenheim, Schwälmer Str. 28, 19 Uhr

Bankverbindung: LAGG, ein anderes Frankfurt, Volksbank Griesheim e. G., IBAN: DE17 5019 0400 0012 2256 01, BIC: GENODE51FGH, Verwendungszweck: Spende Kobani

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